Verordnungsentwurf der Bundesregierung ist Mogelpackung
Verordnungsentwurf der Bundesregierung ist Mogelpackung
Im Zusammenhang mit der heutigen Verbändeanhörung im Bundeswirtschaftsministerium zum Entwurf einer PKW-Verbrauchskennzeichnung kritisiert der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) deutlich den Verordnungsentwurf der Bundesregierung.
Die Einteilung der Effizienzklassen für PKW, wie etwa bei Kühlschränken anhand von einer Farbskala und Buchstaben zur Orientierung sei zu begrüßen, jedoch stellt das geplante Label in seiner bisherigen ausgehandelten Form eine Mogelpackung dar. Bei diesem Verordnungsentwurf bevorzuge die Bundesregierung schwere Fahrzeuge und keineswegs die Effizienz der Fahrzeuge.
Laut Bundesregierung ist „schwer = umweltfreundlich“
Das CO2-Label muss ein Instrument sein, das Verbraucher einfach und verständlich über die Effizienz von Neufahrzeugen informiert und zu verbrauchsärmeren Autos führen soll. Der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf dient jedoch mehr den Verkaufsinteressen der deutschen Autoindustrie, die ihre schweren Spritschlucker absetzen will, und weniger der Verbraucherinformation und dem Klimaschutz. Der Grund: Basis für die Ermittlung der Effizienzklassen ist der CO2-Ausstoß bezogen auf das Fahrzeuggewicht. Es sei zwar durchaus möglich, die Größe und die Nutzungsmöglichkeiten eines Pkw bei der Einstufung zu berücksichtigen, doch das Fahrzeuggewicht sei hierfür ein denkbar ungeeigneter Parameter. Hier würden schwere Fahrzeuge extrem bevorzugt und vor allem neuen schweren Nobelkarossen ein grünes Mäntelchen umgehängt. so Werner Korn vom VCD-Bundesvorstand.
Mit 193 g/km CO2 umweltfreundlicher, als mit nur 106 g/km?
Anhand eines Beispiels zeigt der VCD seine berechtigten Einwände auf: So würde etwa der Porsche Cayenne Hybrid mit 380 PS, einer Höchstgeschwindigkeit von 242 km/h und einem CO2-Ausstoß von 193 g/km bei einem Fahrzeuggewicht von 2,3 Tonnen in die Effizienzklasse B eingestuft. Dagegen würden moderne Kleinwagen, wie der Toyota Aygo oder der Peugeot 107 mit einem Verbrauch von nur 4,5 Litern Benzin auf 100 Kilometern und einem deutlich geringeren CO2-Ausstoß von 106 g/km mit der Effizienzklasse D gekennzeichnet.
Bundesregierung betreibt mal wieder Lobbyarbeit
Michael Müller-Görnert, VCD-Verkehrsreferent sagt, “Mit dem Vorschlag der Bundesregierung wird Verbrauchern ein falsches Signal vermittelt: Schwere Autos dürfen deutlich mehr verbrauchen als Pkw, die gewichtsoptimiert sind. Das ist ökologisch nicht sinnvoll. Für das Klima ist es wichtig, dass absolut weniger CO2 ausgestoßen wird. Nach wie vor bleibt die Bundesregierung beim Thema Klimaschutz gerade im Verkehrsbereich vieles schuldig. Hat man bei der Verwässerung der EU-CO2-Grenzwertregelung noch mit der Krise argumentiert, so gibt es jetzt keine Ausrede mehr, die heimische Industrie beschützen zu wollen. Denn die Absatzzahlen und Gewinne deutscher Autohersteller erreichen inzwischen wieder Rekordniveau.”
Das Modell der Bundesregierung schon jetzt fehlerhaft und undurchschaubar
Widersinnig und verwirrend sei auch jetzt schon die von der Bundesregierung geplante Einführung der Klassen A+ und A++. Lediglich Fahrzeuge mit einer Unterschreitung, der von der EU festgelegten 130 g/km Begrenzung um mehr als 25 Prozent sollten ein A erhalten so die Forderung des VCD.
Entgegen der Bundesregierung lehnt der VCD auch die generelle Aufnahme von Elektroautos in die Effizienzklasse A ab, da dem Verbraucher somit falsch suggeriert wird, dass Elektroautos prinzipiell emissionslos sind. Doch im Praxistest stoßen Elektrofahrzeuge ebenso viel, wenn nicht sogar mehr CO2 aus, als sparsame PKW mit Verbrennungsmotor. Dies begründet der VCD mit der Stromherkunft. Ein Elektroauto, welches mit Strom aus Kohlekraftwerken „betankt“ wird, trägt nicht zur Entlastung der Klimaerwärmung bei.
©Copyright Bilder: Andreas Labes/VCD

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